Welches Lenkerband ist das richtige und was für Lenkerbänder gibt es überhaupt?

Jeder Rennradfahrer, ob klassisch oder modern, steht irgendwann vor der Frage : „Welches Lenkerband nehme ich?“ Man kann es sich natürlich einfach machen und einfach „Schwarz“ nehmen. Passt immer! 🙂 

Sobald man aber anfängt sich über die Wahl des Lenkerbandes Gedanken zu machen, wird die Auswahl und auch das „Problem“ der Farb – und Materialwahl immer größer. Denn es gibt wirklich eine riesengroße Auswahl, und man kann ein Rennrad durch die Wahl eines passenden Lenkerbandes weiter verschönern oder einen individuellen Touch geben, aber man kann es durch Lenkerband auch deutlich unansehlicher machen als es eigentlich ist.

Schon viele Menschen haben ihr Rad aufwändig restauriert und sich dann selbst, durch die falsche Wahl des Lenkerbandes, um die wohlverdiente Bewunderung des Endergebnisses gebracht. In diesem Artikel soll es ein wenig um die Geschichte des Lenkerbandes gehen um zukünftigen Suchenden die Auswahl zu erleichtern.

Also was für Lenkerbänder gibt es eigentlich?

Als erstes fallen mir da natürlich das Lenkerband aus Baumwolle bzw. Textil-Lenkerband ein, welche bis in die 1970er Jahre verbaut wurden. Oftmals wurden diese auch noch zusätzlich mit Schellack bestrichen um sie wetterfester und schmutzabweisender zu machen. Es handelt sich also um zwei einzelne Komponenten welche hier zweckmäßig zusammengeführt wurden. Hier ein Beispiel für ein klassisches Textillenkerband, welches man auch heute noch in verschiedenen Farben kaufen kann. Es eignet sich natürlich wunderbar um ein altes klassisches aus dieser Zeit aufzubauen.

Irgendwann in den 70er Jahren kam dann das Plastik Lenkerband auf den Markt. Der bekannteste Vetreter ist dabei mit Abstand wohl das Benotto Lenkerband. Es gab aber auch noch mehrere andere Hersteller von Lenkerband dieses Typs. Zum Beispiel Shiny Tape oder das AGU Lenkerband.

Auch heute wird das Benotto Lenkerband noch sehr sehr gerne verwendet um ein klassisches Rennrad aus dieser Zeit aufzubauen. Sehr oft wird es auch an Rädern aus anderer Zeit verwendet, weil es einfach unglaublich gut aussieht. Das Benotto Lenkerband gab es in der glatten Version und in der strukturierten Version für noch mehr Grifffestigkeit (Grip).

Die Farbauswahl bei Benotto ist wirklich riesig…jedenfalls war sie dies einmal. Aus alten Geschichten habe ich selber schon oft gehört , das man dieses Benotto Lenkerband damals für 2 Mark beim Radsporthändler bekommen hat, und das auch noch in wirklich jeder Farbe. Die Bestände waren wohl riesig. Selbst vor den 2020er Jahren habe ich es noch für ca 5 Euro kaufen können. Heute liegen die Preise auf jedenfall meistens deutlich über 10 Euro. Und auch da ist die Farbauswahl meistens auf die Grundfarben oder Exoten begrenzt. Das liegt wohl daran, das die Bestände überall zuneige gehen.

Hier einige Beispiele für Benotto, Agu Sport und Shiny Tape Lenkerband:

Bis zu diesem Zeitpunkt ging es wohl beim Lenkerband immer nur um Grifffestigkeit und natürlich auch um die Optik.

Nach diesen Lenkerbandtypen kamen bis heute sehr viele unterschiedliche Lenkerbänder aus unterschiedlichsten Materialen zum Einsatz. Auch die Ansprüche wuchsen. Lenkerband musste bzw. sollte auch stoßdämpfend wirken, bei Feuchtigkeit keinen Grip verlieren und es sollte sich so gut anfühlen, das man auch ohne Handschuhe  bequem fahren könnte. Die Betonung liegt dabei wirklich auf dem Wort “ könnte“. Wobei hier nochmal zu erwähnen ist, das Handschuhe nicht nur gut sind, um am Lenker ein besseres Griffgefühl zu haben, sondern auch auch um die Hände besser vor Verletzungen bei eventuellen Stürzen zu schützen.

Die Wahl des Lenkerbandes ist heutzutage also zwar auch eine Frage der Optik, aber in erster Linie eine Frage des Komforts und der Sicherheit. Wenn man eine längere Tour unternimmt, ist das Lenkerband oftmals das „Zünglein an der Waage“, ob die Fahrt Spaß gemacht hat oder eine Qual war. Die Grifffestigkeit bei Feuchtigkeit durch Regen oder Schweiß, ist auch ein wichtiger Punkt.

Deswegen gibt es die unterschiedlichsten Materialien für die unterschiedlichsten Anforderungen. Hier mal eine kleine Auflistung:

Polyurethan (PU).

PU ist ein absoluter Allrounder und bei Rennradfahrern heutzutage sehr beliebt. Es vereint so ziemlich alle guten Eigenschaften in einem Band. Es ist sehr grifffest …auch bei Feuchtigkeit und Nässe. Außerdem ist es leicht zu reinigen und hat sehr wenig Verschleiß. Es gibt auch Kombinationslenkerbänder, welche aus 2 dieser hier aufgeführten Materialen bestehen. Hier im Shop gibt es zum Beispiel fast nur Lenkerbänder welche aus einer Kork oder EVA Basis bestehen und eine obere Schicht aus PU haben, weil diese meiner Meinung nach die beste Wahl sind. Damit sind die hier aufgeführten guten Eigenschaften des PU und die stößdämpfenden und komfortablen Eigenschaften von Kork oder EVA kombiniert. Hier ein typisches Beispiel für ein gutes und schönes Kombi Lenkerband. Hier auch in vielen Farben im Shop zu erwerben:

Lenkerband Multicolor PU + EVA

EVA-Schaum:

EVA Schaum ist das absolute Spitzenreiter, wenn es um Komfort und stoßdämpfende Eigenschaften geht. Es ist ist weich, bequem zu fahren und auch sehr leicht. Leider gestaltet sich die Reinigung etwas schwieriger, so das die beste Wahl eine Kombi aus EVA mit PU Oberfläche ist. Es gibt auch Lenkerbänder welche nur aus EVA Schaum bestehen. Diese sehen unbenutzt sehr schön und auch bunt aus, aber am Lenker wirken sie oftmals dick und klobig!

Kork:

Lenkerband aus Naturkork ist ähnlich wie EVA nur etwas glatter. Leider nimmt es auch sehr gut den Schmutz auf und ist schwer zu reinigen. Außerdem besteht sehr schnell die Gefahr des einreißens wenn man es stramm wickelt. Ein typisches Beispiel für Kork Lenkerbänder sind die Camouflage Bänder aus der Zeit der Jahrtausendwende.

Leder:

Leder ist natürlich nicht nur in der Vergangenheit ein beliebtes Material auch für Lenkerbänder gewesen, sondern wird auch heutzutage noch verbaut. Meistens aber nur an klassischen hochwertigen Rennrädern. Dort ist es oftmals nicht gewickelt sondern der Lenker wird „eingenäht“. Vom Hersteller Brooks habe ich aber auch schon Lenkerbänder aus Leder zum wickeln gesehen. Es gibt sie also! Technisch ist Leder aber nicht so sicher und komfortabel wie neue Materialien. Es hat als „eingenähte Variante“ halt nur einen ganz eigenen Look.

Silikon:

Silikon Lenkerbänder sind ebenfalls eine beliebte Variante und bieten auch sehr viel Komfort und Griffsicherheit. Sie sind aber meistens etwas teurer als andere Lenkerbänder. Eine gute Alternative zu PU + EVA Bändern.

Dies sind also verschiedene Materialien welche man auf dem heutigen Markt finden kann. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Installation bzw. das wickeln des Lenkerbandes. Auch da gibt es Unterschiede und einige Lenkerbänder sind deutlich leichter zu wickeln als andere. Und auch hier heben sich die Bänder aus PU+EVA und auch die Silikonbänder besonders hervor, da diese auch nicht so leicht einreißen beim wickeln, wenn man mal etwas „strammer“ wickelt. Die Videos aus den sozialen Netzwerken, wo man ganz locker von weitem die Schlaufen des Bandes einfach um den Lenker wirft und es so ganz einfach wickeln kann, sind Unsinn! Ein Lenkerband muss immer ordentlich und sorgfältig gewickelt werden. Es ist schließlich der wichtigste Kontakt von Fahrer und Rennrad!

Fazit: Für 99 % der Rennrad Fahrer sind PU+ EVA oder Silikon Lenkerbänder die passenste Wahl!

Das klingt vielleicht etwas „kurz“, aber manchmal ist damit halt alles damit gesagt, was ein Rennradfahrer ohne Lenkerband wissen möchte ! 🙂

Hier im Shop gibt es mehrere sehr schöne und gute Lenkerbänder und wer heute bis 13 Uhr bestellt, hat das Lenkerband in der Regel auch am nächsten Tag schon in der Post! Außer natürlich an Wochenenden und Feiertagen! Wer noch weitere Fragen hat kann auch gerne schreiben oder anrufen. Die Kontaktinformationen stehen ganz unten auf jeder Seite!

Übersicht der Lenkerbänder im Shop

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